Friedhofsverwaltung

Ev.-Luth. Kirchengemeindeverband Bordesholm

- Friedhofsverwaltung Bordesholm -

Wildhofstr. 7
24582 Bordesholm

Telefon: 04322-2765
Telefax: 04322-2958
Email: friedhof(at)kirchebordesholm.de

Sprechzeiten:
Montag: 09.00 bis 11.00 Uhr 
Mittwoch: 09.00 bis 11.00 Uhr 
Freitag: 09.00 bis 11.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Bei Fragen zum Friedhof schauen Sie bitte zuerst in unseren"Hinweisen".

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Hinweise

Aussegnung
Ist ein/e Angehörige/r verstorben, haben Sie die Möglichkeit, die Pastorin/den Pastor vor Ort zu benachrichtigen und um einen Besuch zu bitten noch bevor die technischen Formalitäten überhaupt geregelt werden müssen. Diese/r geleitet durch das Ritual der Aussegnung den/die Verstorbene/n aus dem Haus. Hier finden alle, die Abschied nehmen müssen, noch einmal Zeit zum Innehalten. In Gebet und Segen kommt vor allem die Bitte um Schutz und Bewahrung des toten Menschen zum Ausdruck. In der Aussegnung gehen Angehörige einen ersten Schritt auf dem Weg durch die Trauer, die den Schmerz über den Verlust nach und nach verwandeln kann in eine dankbare Erinnerung an den vertrauten aber nun verlorenen Menschen.

Abschiednehmen
Angehörige haben die Möglichkeit, vor der Beerdigung von ihrer/ihrem Verstorbenen in den Räumen der Friedhofskapelle Abschied zu nehmen. Nach Absprache mit dem Bestatter haben sie jederzeit Zutritt zu den Abschiedsräumen. Auf Wunsch begleitet sie die Pastorin/der Pastor oder eine Mitarbeiterin der Hospizinitiave.

Anonym
Es gibt die Möglichkeit der anonymen Urnenbeisetzung auf einem Rasenfeld auf dem neuen Friedhof. Um diese zu vermeiden, bietet die Friedhofsverwaltung Rasenreihengräber an.

Erdbestattung
Nach einer Erdbestattung beträgt die Ruhezeit auf dem Friedhof Bordesholm 30 Jahre.

Gebühren (siehe Satzung)

Grabbrief
Ein Grabbrief wird beim Erwerb einer Grabstätte ausgestellt. Er enthält die Bezeichnung der Grabstätte, die Nutzungsdauer und die Belegung.

Grabmal
Auf dem Friedhof Bordesholm besteht keine Pflicht zum Aufstellen eines Grabmals. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit einer halbanonymen Bestattung auf dem Rasenreihengrabfeld. Die äußerste Breite eines Steins auf einem Reihengrab beträgt 60 cm, auf einem Doppelgrab 1,20 m. Pro Grabstätte darf ein stehender Stein aufgestellt werden, pro Grabplatz zusätzlich ein liegender Stein gelegt werden. Die Friedhofsverwaltung empfiehlt, den Stein nicht früher als sechs Monate nach der Beisetzung aufzustellen. Einmal jährlich werden stehende Grabmale auf ihre Standfestigkeit geprüft. Damit befolgt die Friedhofsverwaltung eine Vorschrift der Gartenbauberufsgenossenschaft.

Kapelle
In der Kapelle werden Trauerfeiern für Verstorbene abgehalten, die keiner christlichen Kirche angehörten, aber auch für kleinere christliche Trauergesellschaften.

Nutzungsrecht
Das Nutzungsrecht an einer Grabstätte wird normalerweise für die Dauer der Ruhezeit vergeben. Bei einem Rasenreihengrab und einem Reihengrab endet das Nutzungsrecht mit Ablauf von 30 Jahren, weil das Grabfeld dann insgesamt aufgehoben wird. Bei einer Wahlgrabstätte kann das Nutzungsrecht über die Ruhezeit hinaus verlängert werden.

Pflege
Gräber müssen gepflegt werden. Das können natürlich Angehörige tun, es kann aber auch ein Gärtner damit beauftragt werden, oder ein Pflegevertrag mit der Friedhofsverwaltung abgeschlossen werden.

Rasengrab
Die Beisetzung in einem Rasenreihengrab bietet eine gute Alternative zu der anonymen Beisetzung. Die Grabstätten werden der Reihe nach vergeben, es besteht die Möglichkeit, einen Stein bis zu 60 cm Breite aufzustellen. Die Kosten für die Rasenpflege werden mit den Gebühren für die Grabnutzung erhoben. In einem Rasenreihengrab kann ein Sarg beigesetzt werden und zusätzlich innerhalb von 10 Jahren auch bis zu zwei Urnen.

Reihengrab
Auch Reihengräber werden der Reihe nach vergeben, jedoch ist hier die Pflege nicht enthalten. Beisetzungsmöglichkeiten wie in einem Rasenreihengrab.

Ruhezeit
Nach einer Erdbestattung beträgt die Ruhezeit in Bordesholm 30 Jahre, nach einer Urnenbeisetzung 20 Jahre.

Trauerfeier
Trauerfeiern finden für Verstorbene, die einer christlichen Kirche angehörten, in der Kirche aber auch in der Kapelle statt. Verstorbene, die keiner christlichen Kirche angehörten, werden von der Kapelle aus verabschiedet.

Urnenbeisetzung
Für Urnenbeisetzungen bietet die Friedhofsverwaltung ein Urnenwahlgrabfeld an. Hier sind die Urnengräber ca. 1 qm groß, die Nutzungsdauer kann über die Ruhezeit hinaus verlängert werden. Urnen können auch in jeder anderen Grabstätte mit beigesetzt werden.

Der Träger des Friedhofs ist der Ev.-Luth. Kirchengemeindeverband Bordesholm.

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Bordesholmer Friedhof (Foto: Stüber)

Ein Gang über den Bordesholmer Friedhof

Friedhöfe sind Orte des Gedächtnisses. Wenn ich auf den Wegen spazierengehe, lese ich die Namen von Menschen, die ich gekannt habe, die zum Gemeinwesen gehört haben und das Bild Bordesholms auf charakteristische Weise geprägt haben. Jeder und jede hatte eine ganz eigene Geschichte. Und manchmal treffe ich auf diesem Friedhof einen Menschen, der mir eine davon erzählt, die mit den Namen auf den Grabsteinen verbunden ist.
Namenlos
Manchmal schlendere ich über den Friedhof und mir fallen Menschen ein, deren Namen ich nie mehr werde lesen können, weil sie selbst oder ihre Familien sich für eine anonyme Beisetzung entschieden haben. Aber die vielen Blumen, Gestecke und Lichter, die sich um das große Kreuz auf dem anonymen Grabfeld stapeln, machen deutlich, dass vielleicht doch ein Ort fehlt, an dem Angehörige trauern können und Spaziergänger den Namen der verstorbenen Person lesen können.
Bestattungskultur
Noch vor wenigen Jahrzehnten hätte der Bordesholmer Friedhof solch ein Grabfeld gar nicht gebraucht, genauso wenig wie das auf dem neuen Friedhof frisch angelegte Urnenfeld, weil Erdbestattung und Familiengräber in den allermeisten Fällen die Regel waren.
So sind Friedhöfe auch Abbilder einer sich verändernden Kultur, die für das, was Menschen sich für sich selbst oder ihre Angehörigen wünschen, offen sind und bleiben.
Deshalb gibt es für die Grabwahl auch auf unseren Friedhöfen unterschiedliche Möglichkeiten.
Rasenreihengräber
Seit einigen Jahren finden sich vor allem auf dem neuen Friedhof Rasenreihengräber. Da diese Grabform keinen Pflegeaufwand erfordert und auch keine höheren Kosten verursacht, ist sie eine gute Alternative zur anonymen Bestattung, zumal auf diesen Feldern auch eine Erdbestattung möglich ist. Bei der Gestaltung der Gebührensatzung hat der Friedhofsausschuss in der Hoffnung darauf, dass immer mehr Menschen Abstand von der anonymen Bestattung nehmen, großen Wert darauf gelegt, eine Vielfalt an Grabarten anbieten zu können, die gerade die Kosten einer anonymen Beisetzung nicht übersteigen. Ohne die Verpflichtung zur regelmäßigen Pflege können Sie für sich und Angehörige eine Anlaufstelle auf unserem Friedhof schaffen, an der Sie trauern können. Die Plätze werden im Todesfall der Reihe nach vergeben. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer über 30 Jahre hinaus ist nicht möglich.
Zweites Feld
Immer mehr Menschen aus der Umgebung entscheiden sich für diese Möglichkeit, so dass bereits ein zweites Grabfeld entstanden ist. In ähnlicher Weise werden auch die Urnenreihengräber vergeben, für die ein weiteres neues Feld auf dem Friedhof neben der Kapelle angelegt worden ist.
Nicht bestattungspflichtige Kinder
Wenn Sie zum neu angelegten Teil des Friedhofs kommen, sehen Sie zur Zeit ein gepflastertes Rondell, dessen Mitte eine Weide ziert. Um diese gestaltete Mitte, die eine Rundbank um den Baum im Frühjahr vervollständigt, wird ein Beetfeld angelegt, auf dem Eltern für ihre früh- und totgeborene Kinder einen Ruheplatz finden können, auch wenn diese nicht bestattungspflichtig sind. Dazu zählen alle, die weniger als 1000 g wiegen und bei der Geburt nicht mehr gelebt haben. Diese nüchterne, amtliche Feststellung berücksichtigt nicht die Trauer, die die Angehörigen empfinden. Wenn ein Kind, auf das Eltern sich gefreut haben, das sie voller Hoffnung erwartet haben, um mit ihm zu leben, dann doch nicht ein Teil ihrer Familie wird, das wachsen kann und einer eigenen Zukunft entgegensieht, ist und bleibt dieser Verlust Teil der Erinnerung und teil der Familiengeschichte. Um die Trauer, die Eltern in diesen Erfahrungen begleitet, ernst zu nehmen und ihr auch einen öffentlichen Ort zu geben, hat sich der Friedhofsausschuss der Kloster- und Christuskirche entschlossen, ein Grabfeld für nicht bestattungspflichtige Kinder zu schaffen, das zum Ort der Erinnerung und vielleicht auch der Begegnung von Betroffenen werden kann.
Wahlgräber
Viele neue Möglichkeiten für Bestattungen haben sich auf dem Bordesholmer Friedhof in den letzten Jahrzehnten entwickelt und spiegeln die sich verändernden Bedürfnisse wider.
Prägend aber für die Gestaltung und Atmosphäre vor allem auf dem alten Friedhof sind nach wie vor die Familien-Wahlgräber. Als Träger im „ländlichen Raum“ hat der Kirchengemeindeverband Bordesholm das Glück, dass der größte Teil der Gräber liebevoll und sorgfältig gepflegt ist und für Angehörige, die diese Arbeit übernehmen können, steht weniger die Pflichterfüllung im Vordergrund, als die Erinnerung an die Verstorbenen, die mit der praktischen Arbeit verbunden wird. So wird sie Teil der Trauerbewältigung.
Nutzungsrecht
Die Wahlgräber sowohl für Erdbestattungen als auch Urnenbeisetzungen finden sich auf dem alten und dem neuen Friedhof. Sie wählen unter den möglichen Plätzen einen in der Lage und Breite aus, der Ihren Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht. Sie erwerben das Nutzungsrecht anlässlich einer Bestattung für 30 Jahre, der Ruhezeit, die für unseren Friedhof aufgrund seiner Bodenbeschaffenheit vom Gesundheitsamt vorgeschrieben ist. Eine Verlängerung der Nutzungszeit über die Ruhezeit hinaus ist möglich. Die Friedhofsverwaltung bietet hierfür auch das so genannte eingeschränkte Nutzungsrecht an. Familiengräber können auf diese Weise über 30 Jahre hinaus erhalten werden, ohne die vollen Kosten bis zu einer weiteren Beisetzung tragen zu müssen.
Die wachsende Mobilität in unserer Gesellschaft macht es Angehörigen oft schwer, die Grabpflege in Eigenregie aufrechtzuerhalten. Deshalb gibt es für die Wahlgräber unterschiedliche Möglichkeiten, die Grabpflege in Auftrag zu geben.
Legat
Die bekannteste ist die Einrichtung eines Legates bei der Friedhofsverwaltung. Aus diesen Mitteln wird dann die Pflege für die gesamte Ruhezeit übernommen. Angehörige können aber auch selbst einen der auf unserem Friedhof zugelassenen Gärtner mit der Grabpflege beauftragen. Daneben bieten wir seit einiger Zeit auch Rasen- bzw. Blumenwahlgräber an.
Die Dauerbepflanzung, Rasen oder zumeist im Sommer blühende Stauden, übernimmt die Friedhofsverwaltung. Der Preis dafür ist in der Grabnutzungsgebühr enthalten.
Noch Fragen?
Mit diesem Gang über unseren Friedhof wollen wir Ihnen, den Leserinnen und Lesern einen ersten Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, die wir bieten, vermitteln. Möchten Sie Näheres wissen z.B. über Aussegnung, Abschiednehmen, Bestattungsmöglichkeiten oder Kosten, lassen Sie es uns wissen.
 

 

 

 

 

 

 

Ein freundlicher Platz

Thymian, Liebstöckel, Kamille, Majoran und noch einige Kräuter mehr können Sie betrachten, wenn Sie sich für eine Ruhepause auf die neue Rundbank des neuen Friedhofes einladen lassen. Zugegebenermaßen ist die Weide, die in einiger Zeit dort Schatten spenden wird, noch ein bisschen zierlich, aber die Proportionen werden sich mit der Zeit angleichen.
Das Beet duftet, Bienen und Schmetterlinge werden angelockt, zarte Blüten werden unterschiedliche Farbtupfer setzen. An diesem freundlichen Platz hat der Friedhofsausschuß im Kirchengemeindeverband Bordesholm die Möglichkeit geschaffen ein Kind zu beerdigen, das als „nicht bestattungspflichtig“ gilt, nämlich tot- oder fehlgeboren wurde mit einem Gewicht unter 1000 Gramm. Eltern, deren Freude auf ein neues Leben in der Familie sich schon nach kurzer Zeit in Leid über den Verlust ihres Kindes wandelt, brauchen die Möglichkeit an einem Ort, an dem ihr Kind seine Ruhestätte gefunden hat, zu trauern und an die Zusammengehörigkeit, die sie sich gewünscht haben, zu denken.
Wenn sie in diesem neu entstandenen Rundfeld eines Tages einen Rosenstock blühen sehen werden, mitten in den Kräutern, ist das ein Zeichen dafür, dass Menschen sich an die zarte Spur erinnern, die ein Kind hinterlassen hat, das das irdische Leben nur streifen durfte.
Die Kosten für eine solche Bestattung betragen auf dem Bordesholmer Friedhof einmalig 150 EUR.

Das Rundbeet mit Weide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Friedhöfe

Im hellen Frühsommer, in dem die gesamte Natur von Leben erzählt, in dem alles grünt und blüht, in dem das Vogelgezwitscher schon im Morgengrauen zu hören ist und die Tage uns immer länger Helligkeit schenken, haben wir das Thema Friedhof für diesen Gemeindebrief ausgesucht. Einige, die das im Vorwege wussten, fragten verwundert, ob das nicht eher ein Novemberthema sei. 
Friedhöfe sind natürlich die herausgehobenen Orte, die von Vergänglichkeit sprechen, mit denen Tod und Trauer verbunden sind, Themen, die die heitere Sommerleichtigkeit trüben. 
Trotzdem
Wir haben trotzdem gerade jetzt die Friedhöfe ins Zentrum gestellt, denn sie sind keine Orte, die man meiden sollte, wenn man sich eine heitere Stimmung erhalten will. Sie tragen vielmehr zu Heiterkeit, Hoffnung und Lebensfreude bei.
Letzte Ruhestätte
Friedhöfe sind als erstes Stätten, an denen die Gestorbenen ihre letzte Ruhe finden. Sie sind eindeutig festgelegte Flächen im Ort. Tore, Hecken oder Mauern umgeben sie. Auf diese Weise bilden sie einen geschützten Raum für diejenigen, die wir loslassen und die unserer Obhut und Hilfe entzogen sind. 

Firedhofsimpresionen

 

 

 

 

 

 

Sie konfrontieren uns natürlich auch mit unserer Vergänglichkeit und der Begrenztheit unseres Lebens. Seit dem Tag unserer Geburt gehen wir auf ein Ende zu. Darin sind sich alle Menschen gleich. Auf der anderen Seite ist jede und jeder einzigartig, existiert auf eine ganz eigene Weise. Das erste Kennzeichen dieser Einzigartigkeit ist der Name. Friedhöfe mit ihren individuellen Gräbern, mit den Grabsteinen, den sich die Familien oder Einzelpersonen aussuchen, verbinden diese zwei Wahrheiten menschlichen Lebens, dass wir als einzelne bedeutsam und einmalig sind und dennoch vergehen „wie die Blume im Wind und ihre Stätte kennt sie nicht mehr“. 
Anonymität
In vielen Städten und Gemeinden steigt die Anzahl der anonym beigesetzten Menschen, deren letzten Ruheplatz wirklich niemand mehr kennt. Angehörige und Bekannte oder diejenigen, die über den Friedhof gehen, haben keine Gelegenheit, den Namen dieser Verstorbenen zu lesen, sich an Begegnungen mit ihnen zu erinnern oder auch nur wahrzunehmen, dass öffentlich an einen Menschen diesen Namens gedacht wird, der wie jede und jeder Spuren auf dieser Erde hinterlassen hat. Anonyme Grabfelder wirken so als habe dieses Leben keinen bleibenden Wert. 
Finanzielle Gründe?
Neben der besorgten Frage: wer pflegt mein Grab? werden immer häufiger auch finanzielle Gründe angegeben, wenn Menschen sich für eine anonyme Beisetzung entscheiden. 
Um diese Motive bei der Wahl einer Bestattungsart auszuschließen haben wir auf dem Bordesholmer Friedhof die Rasenreihengräber für Särge bzw. Urnen geschaffen, die einem Preisvergleich auch mit anonymen Gräbern standhalten. In Brügge werden Gemeinschaftsgräber angeboten, in deren Mitte eine Stele die Namen der Verstorbenen enthält.
Orte der Erinnerung
Denn Friedhöfe sind und bleiben Orte der Erinnerung an Menschen, die in unserer Mitte lebten und einmalig und wertvoll waren wie jede und jeder von uns Lebenden. Darüber hinaus erleben Angehörige, wie wichtig ein Ort ist, an dem die Trauer aber auch eine Vielzahl von Gefühlen, die wir Verstorbenen entgegenbringen, einen festen Platz haben. Gerade auf dem anonymen Grabfeld wird diese Realität besonders sichtbar. 
Immer wieder sieht man am großen Kreuz oder an bestimmten Stellen auf dem Rasenfeld Vasen mit Blumen sogar Laternen stehen. Angehörige, die sich nach einem Ort der Erinnerung sehnen, hoffen, dass sie die Stelle ungefähr ahnen, die zu ihnen gehört. Und doch ist und bleibt ein anonymes Grabfeld eines, an dem niemand einen verläßlichen Platz kennt. Und viele Angehörige leiden gerade unter dieser Tatsache. Deshalb freuen wir uns, dass in Bordesholm und Umgebung die Anzahl anonymer Bestattungen rückläufig ist.
Orte der Geschichten
Friedhöfe als Räume der Erinnerung sind zugleich Orte der Geschichte. Jede und jeder hat seine ganz persönliche Geschichte. Sie drückt sich z.B. in individueller Grabgestaltung oder durch liebevoll gestaltete Grabmale aus. Sie ist in Gegenständen zu finden, die zu den Gräbern gebracht werden. Deshalb haben wir die meisten Beschränkungen, was Form und Höhe von Grabmalen betrifft, aufgehoben und bemühen uns in der Gestaltung der Grabfelder vielfältiger zu werden. Den Anfang können alle Besucherinnen und Besucher im „Fischfeld“ auf dem neuen Friedhof in Bordesholm sehen. (s. folgende Seite)
Geschichte des Ortes
Als wir über die Neugestaltung der Tore am alten Friedhof nachdachten, ist uns deutlich geworden, dass der Friedhof nicht nur individuelle Geschichte und Geschichten bewahrt, sondern auch mit der Ortsgeschichte verbunden ist und bleibt. Als auf dem Bordesholmer Friedhof die alten Tore in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Maschendrahttüren Platz machten, ist ein Teil dieser Ortsgeschichte verlorengegangen. Es entstand eher der Eindruck als betrete man einen Betriebshof und nicht einen Erinnerungen und Geschichte bewahrenden Park. Generationen von Menschen, die in Bordesholm und Umgebung gelebt haben, haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. Sie und wir die Nachfahren brauchen keine rein funktional und effektiv zu bearbeitende Flächen, sondern fragen nach einladender und liebevoller Gestaltung, in der das Vergangene zu uns spricht und uns mit unserer Geschichte verbindet.
Ort für Lebende
So sind Friedhöfe Orte für die Lebenden. Gerne mache ich, ohne dass ich ein Grab pflege oder Blumen bringe, einen Spaziergang über den Friedhof. Er wird mir dann häufig zum Ort der Besinnung. Hier kann ich meine Gedanken kreisen lassen. Keine lauten Geräusche oder vielfältig angebotene Aktivitäten, keine grellen Farben lenken mich ab. 
Die ruhige Umgebung mit ihren Grünflächen und der Möglichkeit auf einer Bank Pause zu machen laden mich ein zu Einkehr und Stille. Auch deshalb bin ich froh, dass es Friedhöfe gibt; denn sie bieten mir als Lebender Raum, Kraft zu tanken.
Ort der Begegnung
Manchmal wird der Friedhof aber auch zum Ort der Begegnung. Ich treffe Menschen, die ich kenne und tausche mit ihnen Erinnerungen aus. Ich lerne neue Menschen kennen und komme mit ihnen ins Gespräch. Auf diese Weise werden Friedhöfe zu Gärten für die Lebenden. Wir vor Ort machen das dadurch allen deutlich, dass der Bordesholmer Friedhof in die Gartenroute in Schleswig- Holstein aufgenommen worden ist.
Es gibt also vielerlei Gründe unsere Friedhöfe zu schätzen zu beachten und zu besuchen. Sie sind hilfreiche, ganz besonders im Frühsommer schöne Orte.
Anke Stolte-Edel

 

 

 

 

 

 

Neues Urnenfeld

Auf dem neuen Friedhof in Bordesholm ist ein Grabfeld für Urnen entstanden. Unkonventionell ist die Gestaltung. Durch die Wege, die das Feld durchziehen, entsteht die Form eines Fisches. Er ist neben dem Kreuz das älteste christliche Symbol und wurde schon in den ersten christlichen Gemeinden als Erkennungszeichen verwendet. Auf dem neuen Urnengrabfeld gibt er als Symbol der Hoffnung Ausdruck, dass der Tod über keinem Menschen das letzte Wort behält. Zugleich ist dieses Grabfeld ein weiterer Baustein, mit dem der Friedhofsausschuss des Kirchengemeindeverbandes Bordesholm sowohl die Attraktivität der Friedhöfe als auch die individuellen Wahlmöglichkeiten für den Erwerb eines Grabes steigern möchte. 
n den letzten Jahren sind einige Maßnahmen in diesem Sinn ergriffen worden. Das für alle am Friedhof Vorbeigehende oder –fahrende sofort Erkennbare sind die 2 neuen Tore des alten Friedhofs, die den Eingangsbereich zieren. Darüber hinaus sind die Wege auf dem neuen Friedhof umgestaltet worden. Man hat ein Grabfeld für nicht bestattungspflichtige Kinder geschaffen und die Rundbank unter der Weide lädt zum Ausruhen und Verweilen ein. So wird durch die Anstrengungen, die zur Gestaltung unserer Friedhöfe unternommen worden sind, anschaulich, dass Friedhöfe mehr sind als abgelegene Flächen für Verstorbene.
 

 

 

 

 

 

 

Beerdigungen in der Kirche

Wenn wir als christliche Gemeinde Abschied nehmen von Menschen, dann wollen wir dies in unseren Kirchen tun, darin sind sich die drei evangelischen Kirchengemeinden der Region einig. Die Johanniskirche, die Christuskirche und die Klosterkirche sind besondere Orte der Geborgenheit, in denen Menschen schon oft die Nähe Gottes und die Kraft des Glaubens erfahren haben. Darum kommen wir in besonderen Situationen unseres Lebens in die Kirche: Wenn wir Gott danken für die Geburt eines Kindes bei der Taufe, wenn wir für unsere Partnerschaft den Segen Gottes erbitten oder wenn ein lieber Mensch verstorben ist und wir Abschied nehmen müssen. Die Kirche ist dann für sich schon so etwas wie ein Zeichen:
Du bist nicht allein, Gott begleitet dich, er will dir nahe sein, er will dich segnen. Das gilt insbesondere für die schwere Situation einer Beerdigung. Wie gut ist es da, wenn man dann eine Kirche als einen Ort der Geborgenheit hat. Wir als Kirchengemeinden wollen, dass die Menschen diese Erfahrung machen und darum laden wir sie ausdrücklich in unsere Kirchen ein. 
„Und was kostet denn das Glockenläuten,“ werde ich dann ab und an gefragt, „ und die Kerzen und der Blumenschmuck?“ Beharrlich hält sich dieses Gerücht und wir können nur immer wieder darauf hinweisen, dass alle Amtshandlungen kostenfrei sind. Die Kirchen sind mit Blumen und Kerzen geschmückt und es gibt auch für kleine Trauerfeiern gute Möglichkeiten der Gestaltung. Selbst in der mächtigen Klosterkirche kann man eine sehr schöne und tröstende Beerdigung mit 10 Personen feiern, die einem gerade bewusst macht, dass es Gottes Geborgenheit ist, die uns umgibt. Auch die Friedhofskapelle wurde damals nicht gebaut für kleine Trauerfeiern, sondern für Menschen, die nicht der Kirche angehören. Insofern ist eine Trauerfeier in der Friedhofskapelle für unsere Kirchengemeinden immer nur eine Notlösung. Bei weiteren Fragen sprechen sie die Pastorinnen und Pastoren oder das Friedhofsbüro gerne an.
Pastor Thomas Engel, Klosterkirche Bordesholm

 

 

 

 

 

 

Gartenroute

Die Gartenrouten durch Schleswig-Holstein werden Ende Juni ergänzt um den Weg von Neumünster bis zur Klosterinsel Bordesholm. Unter dem Motto „Zu grünem Werk und Ernteglück“ kann man eine Route von knapp 50 km erwandern oder erradeln, als großen Ausflug oder in Etappen. Der Friedhof Bordesholm ist auf diesem Weg als eine der Nebenattraktionen ein Anlaufpunkt, an dem man in Ruhe die Natur genießen und den Gedanken nachhängen kann, bevor man sich auf den weiteren Weg begibt. Einzelheiten finden Sie auch unter www.gartenrouten-sh.de